15/05/2012 at 13:58
Schuldzuweisungen kommen gerne und schnell über die Lippen. “Selbst Schuld!” oder “Der da hinten ist Schuld”. Eine kurze Formel, schnell ausgesprochen und schon scheint das Problem vom Tisch zu sein. Doch weit gefehlt. Denn dieses abstrakte Ding “Schuld” gibt es gar nicht. Was es tatsächlich gibt, ist Verantwortung. Die Frage danach, wer wofür verantwortlich ist, lässt sich jedoch nicht so leicht beantworten, wie eine schlichte Schuldzuweisung. Also wird es allzu häufig vorgezogen, die Frage nach der Verantwortung selbst vom Tisch zu fegen.
Und nun mal die entscheidenden Fragen auf den Tisch: wem nützen Schuldzuweisungen? Was wird dadurch besser, dass ein Mensch sich in Schuldgefühlen suhlt? Wem ist mit einem Schuldspruch wirklich geholfen? Wird mit einem Schuldspruch der Gerechtigkeit genüge getan? Oder vielleicht eher der Selbstgerechtigkeit?
Verantwortung hilft
Fragen wir mal nicht nach der Schuld, sondern nach der Verantwortung. Und nehmen wir dafür gleich den Extremfall: einen eiskalten Kindesmörder. Welche Verantwortung liegt bei wem nach einem solchen Verbrechen, das gar nicht wieder gut gemacht werden kann? Dem gesunden Menschenverstand folgend, ist die Gesellschaft, in der so ein Mord passiert, für zwei Dinge verantwortlich:
Sie muss sich um die Familie des Opfers kümmern. Leid auffangen, so gut es geht. Da sein. Bei der Bewältigung dieses Traumas helfen, bis es überwunden ist und die Familie wieder mit Zuversicht in die Zukunft schauen kann. Gleichzeitig ist die Gesellschaft dafür verantwortlich, dass dieser Mörder nicht noch einmal zuschlägt. Manchmal mag das lebenslange Einsperren das einzig Sinnvolle sein. Manchmal mag es verantwortlicher sein, dem Mörder zu helfen ein verantwortliches Bewusstsein und Handeln zu entwickeln. Das müsste von Fall zu Fall neu entschieden werden. Immer mit dem Fokus, das Lebensumfeld der gesamten Gesellschaft so lebenswert wie möglich zu erhalten und zu gestalten.
Der Fokus entscheidet über die Entwicklung
Merken sie, welche Veränderung passiert, wenn der Fokus weg von der Schuld hin zur Verantwortung geht? Der Fokus des Handelns richtet sich darauf, Leben und Sicherheit aller Beteiligten wieder zu verbessern. So mag das allzu menschliche Gefühl der Rache weiterhin hochkommen. Doch es wird ein Klima geschaffen, das die Einsicht in die Sinnlosigkeit von Rache erleichtert. Denn Rache setzt nur eine endlose Spirale der Gewalt in Gang, durch die nichts besser, aber alles schlechter wird.
Das Fokussieren auf die Verantwortung durchbricht diese Spirale. Es zeigt auf, wie sinnlos es ist, mit dem Finger auf Andere zu zeigen und sich damit zu begnügen, sie zu Schuldigen für das eigene Befinden zu erklären. Die Eltern des getöteten Kindes zum Beispiel hätten zwar Recht mit der Feststellung, dass ein eiskalter Mörder Ihnen alles genommen hat, was ihrem Leben einen Sinn gegeben hat. Doch wenn sie bei dieser Feststellung verharren und ihr Handeln davon dominieren lassen, verharren sie im Gestern und schneiden sich selbst jeden Weg eigener Weiter-Entwicklung ab, der aus ihrem emotionalen Desaster wieder herausführt.
Die Verantwortung für das Hier und Jetzt
Geht der Fokus aber über den Tellerrand des zugefügten Leides hinaus, mündet er in der eigenen Verantwortung für das eigene Glück im Hier und Jetzt. Das Wahrnehmen dieser Verantwortung eröffnet die Chance, das zugefügte Leid zu überwinden und wieder zu Glück und Zufriedenheit zu finden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Familie dies aus eigener Kraft schafft, oder dank der Hilfe Anderer. Was zählt ist das überwundene Leid, das ein neues, erfülltes und zufriedenes Leben im Hier und Jetzt ermöglicht.
Und nun zu Ihnen: Sind Sie bereit, selbst im Falle des eiskalten Mörders den Gedanken an Schuld fallen zu lassen und statt dessen über Verantwortung nachzudenken? Wenn dem so ist, um wie viel einfacher muss es dann sein, auch in weniger drastischen Fällen so verantwortlich zu denken.
Verantwortung für Zufriedenheit
Schuldzuweisungen helfen nicht wirklich. Sie lenken nur ab von dem, was vielleicht unbequem aber unerlässlich ist: von der Übernahme der jeweils eigenen Verantwortung für die eigene Zufriedenheit, zu der in einer funktionierenden Gesellschaft auch die Zufriedenheit der Anderen gehört. Das aktive Handeln für die Verbesserung der Lebensumstände ist wichtiger als jede Schuldzuweisung. Es lohnt sich, dafür über den einen oder anderen Schatten zu springen.
Also probieren Sie es mal aus: streichen Sie das Wort “Schuld” aus Ihrem Wortschatz. Fragen Sie stattdessen danach, was in wessen Verantwortung liegt. Zeigen Sie erst Mal auf sich selbst, bevor Sie mit dem Finger auf Andere zeigen. Und dann fühlen Sie mal rein, was es mit Ihnen macht, die Schuld zu streichen und stattdessen in Verantwortung zu denken und zu handeln.
Schlagwörter:
Entwicklung,
Fokus,
Gerechtigkeit,
Hier und Jetzt,
Schuld,
Schuldspruch,
Schuldzuweisung,
Tellerrand,
überwinden,
Verantwortung,
Zufriedenheit
09/05/2012 at 21:05
Ich kann Sie beruhigen: ich werde Sie nicht ändern. Das kann ich gar nicht. Niemand kann irgendjemand Anderen ändern. Jeder einzelne Mensch kann nur sich selbst ändern.
Wenn Sie es möchten, kann ich Ihnen dabei helfen. Aber die eigentliche Änderung in sich selbst, die können nur Sie selbst vollziehen. Das kann Ihnen niemand abnehmen. Damit sind auch nur Sie selbst verantwortlich für das, was Sie selbst tun oder lassen oder verändern.
Wirkliche Heilung geht der Ursache auf den Grund
Genau diese eigene Verantwortung für sich selbst zu realisieren und wahrzunehmen ist ein entscheidender Impuls für jeden Heilungsprozess. Denn ob bewusst oder unbewusst: die Erwartung, von einer Krankheit “irgendwie” geheilt zu werden um danach genauso weiter zu leben wie bisher, ist für viele Menschen selbstverständlich. Eine Erkrankung wird als störender Faktor angesehen, wie ein Fehler, den es zu beseitigen oder zu reparieren gilt.
Medikamente jeglicher Art können helfen, um zum Beispiel Schmerzen zu unterdrücken. Wirkliche Heilung aber geht weit über eine solche Beseitigung von Symptomen hinaus. Wirkliche Heilung geht der Ursache einer Erkrankung auf den Grund. Und die Ursache einer Erkrankung liegt nie im Körper. Denn das würde ja heißen, dass unser Körper unser Feind ist, der uns schaden oder ärgern will. Dabei ist das Gegenteil der Fall: unser Körper hilft uns über die Erkrankung, uns selbst zu verstehen.
Selbst-Erkenntnis für die Gesundheit
Der Weg zum Frieden mit sich selbst, zu innerer Zufriedenheit, tiefem Glück und damit auch zu anhaltender Gesundheit, führt über die Selbst-Erkenntnis. Darüber, sich selbst zu verstehen und anzunehmen, wie man ist. Die allseits bekannte Aufforderung “erkenne Dich selbst!” ist also auch ein Schlüssel zu Gesundheit, die aus innerer Zufriedenheit resultiert.
Die Krankheit ist Teil der Lösung
Der erste Schritt zur wirklich ursächlichen Heilung ist daher die Einsicht, dass die Krankheit gar nicht das Problem ist. Ihre Erkrankung ist Teil der Lösung Ihres eigentlichen Problems. Ihre Krankheit fordert Sie klar und deutlich dazu auf, sich einer Herausforderung zu stellen: einem inneren Konflikt, für dessen Lösung jetzt der richtige Moment gekommen ist.
Nehmen Sie diese Herausforderung an, befreien Sie sich von der lähmenden Last eines Konflikts, der sich als Blockade manifestiert hat. Diese Befreiung von der Blockade macht den Weg frei für anhaltende Gesundheit. Echte Gesundheit kommt von innen und ist nachhaltig. Denn die Ursache wurde gelöst. Und wirklich gelöste Ursachen verursachen keine Schmerzen und keine Krankheiten, sondern Zufriedenheit und Gesundheit.
Genesung durch Veränderungen
Es liegt auf der Hand, dass Genesung, die durch eine Lösung der Ursache erreicht wird, mit der einen oder anderen Veränderung einher geht. Denn Konflikte, die zum Beispiel durch Vermeidungs-Strategien entstehen, lassen sich nun mal nur dadurch lösen, dass Sie das Vermeiden loslassen und statt dessen genau das tun, wovor Sie sich bisher immer gedrückt haben.
Vielleicht ist eine Entscheidung für regelmäßige Bewegung an der frischen Luft angesagt, vielleicht eine grundlegende Veränderung in Ihrem sozialen Umfeld, vielleicht beides oder ganz etwas Anderes. Wenn Sie Ihre Krankheit wirklich verstehen, werden Sie darüber auch erfahren, welche Veränderung ansteht.
Veränderungen tun gut
Haben Sie sich durch solche Entscheidungen und deren konsequente Umsetzungen einmal an das Wahrnehmen der eigenen Verantwortung gewöhnt, kommt die eine oder andere Veränderung auch ganz von allein in ihr Leben. Sie werden verblüfft sein, wie gut Ihnen das tut.
Schlagwörter:
der richtige Moment,
Erkenne Dich selbst,
Genesung,
Gesundheit,
Heilen,
Heilungsprozess,
Konflikt,
lösen,
nachhaltig,
Ursache,
verändern,
Veränderung,
Verantwortung
04/05/2012 at 21:12
EHEC. Erinnern Sie sich noch? Ein Jahr ist es jetzt her, dass diese vier Buchstaben das Land in Rat- und Sprachlosigkeit getrieben hat. Diese vier Buchstaben EHEC haben 53 Menschen das Leben gekostet und mehr als 3.800 teils Schwerst-Erkrankte in die Intensiv-Stationen vieler Krankenhäuser befördert, die von dieser Herausforderung teilweise überfordert waren.
EHEC. Das war der Erreger, der dafür sorgte, dass erst Gurken und Tomaten später dann Sprossen wie Blei in den Regalen lagen, weil viele befürchteten, den Genuss dieses Gemüses mit dem Leben bezahlen zu müssen.
EHEC. Im Raumschiff Berlin legte man sich angesichts von Pannen und Nachlässigkeiten vor allem für eines ins Zeug: Demonstration von: Tatkraft, Entscheidungsfreude, Ursachen-Forschung und schneller Problemlösung. Nun ja.
Ursachen-Forschung? Fehlanzeige.
EHEC. Die Demonstration von Aktionismus mag den einen oder anderen beeindruckt haben. Aber viel Wesentliches mehr als effekthaschende Demonstration und das obligatorische In-Die-Kameras-Halten von Betroffenheits- Mienen ist aus dem Raumschiff Berlin nicht gekommen.
EHEC. Jetzt. Ein Jahr nach der Panik um diesen Erreger, legt die Organisation Foodwatch nun ihre Analyse der damaligen Ereignisse vor. Eines ihrer ernüchternden Ergebnisse: von wirklicher Ursachen-Forschung kann in Sachen EHEC in Deutschland keine Rede sein.
Der “Schuldige” aus dem fernen Ägypten
Als man einen Schuldigen benennen konnte, nämlich die Bockshornklee-Sprossensamen aus Ägypten, gab man sich mit dieser Feststellung zufrieden. Man fragte nicht, wie das EHEC zu den Bockshornkleesamen gekommen ist. Man fragte auch nicht, warum nur knapp 0,5 % der Samen aus dieser einen Charge kontaminiert sein sollten.
Man fragte auch nicht, wie es sein konnte, dass die große Mehrheit der Erkrankten in keinerlei Verbindung gebracht werden konnte mit den kontaminierten Bockshornkleesamen. Laut Foodwatch gibt es haufenweise relevante Fragen wie diese, die man sich im Raumschiff Berlin nicht stellte. Eine Übersicht über alle Fälle der Erkrankten wurde zwar erstellt, aber nie veröffentlicht.
Sprach-Verdrehung als wissenschaftliche Methode?
Ursachen-Forschung geht anders. Die einfache Schuldzuweisung, die aus Berlin kam, als erkannte Ursache zu verkaufen, ist eine Sprach-Verdrehung, die es einem gesunden Menschenverstand unmöglich macht, diesem Ministerium jemals wieder zu vertrauen. Oder ist es eine normale, wissenschaftliche Methode, eine sich anbietende Möglichkeit zur geklärten Ursache zu definieren?
Wer so fahrlässig mit diesem Wort umgeht, sorgt dafür, dass die Feststellung einer Ursache zur reinen Definitionsfrage verkommt. Von dort aus ist der Schritt nicht mehr weit, dass auch Wahrheit nur noch eine Frage der Definition ist.
Fahrlässigkeiten aus dem Raumschiff Berlin
Dass dies im Raumschiff Berlin längst gängige Praxis ist, daran haben wir uns eigentlich längst gewöhnt. Wie gut, dass es Organisationen wie zum Beispiel Foodwatch gibt, die ihre Finger gerne in diese Missstände bohrt. Deren ganze Analyse in Sachen EHEC 2011 steht übrigens zum Download bereit:
Im Bockshorn
A n a l y s e 2 0 1 2
Die EHEC-Krise im Frühsommer 2011
Und wenn Ihnen demnächst mal eine verantwortungslose Sprach-Verdrehung unter kommt, bohren Sie Ihre Finger in den Missstand. Das sind Sie sich schuldig. Und allen anderen Beteiligten auch. Danke.
Schlagwörter:
Analyse,
Bockshornklee,
EHEC,
Fahrlässigkeit,
Foodwatch,
Krise,
Raumschiff Berlin,
Sprachverdrehung,
Ursache,
Ursachen-Forschung
Kommentare deaktiviert -
02/05/2012 at 19:25
Dank einer Erhebung der Bundespsychotherapeutenkammer gibt es das, was man bislang nur gemunkelt hat, nun endlich schwarz auf weiß: Der Anteil an Fehlzeiten, die durch psychische Erkrankungen verursacht werden, ist dramatisch gestiegen auf nunmehr: 13,1 %. In Worten: dreizehn Komma eins Prozent. Damit sind psychische Erkrankungen jetzt der dritthäufigste Grund für Fehlzeiten. Als Ursache dieses dramatischen Anstiegs werden unter Anderem die dramatisch veränderten Arbeits-Bedingungen genannt. (Genaue Daten und Fakten hierzu können in der ZEIT und in der Frankfurter Rundschau nachgelesen werden.)
Wundert es irgendjemanden mit gesundem Menschenverstand, dass die heutigen Arbeits-Bedingungen immer kranker machen? Wo Menschen nicht mehr als Menschen betrachtet werden, sondern bestenfalls als Human-Kapital oder Kostenfaktor, da darf sich keine Management-Ebene wundern, wenn es im Getriebe der entmenschlichten Arbeits-Abläufe immer lauter und mächtiger knirscht.
Der wirkliche Kostenfaktor: psychische Erkrankungen
Doch wahrscheinlich wundert man sich in den Management-Ebenen gar nicht. Wahrscheinlich wird es noch sehr sehr lange dauern, bis man in diesen Etagen bereit ist zu realisieren, dass es der eigene menschen-verachtende Umgang mit dem eigenen Personal ist, der in Form von Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen zum großen Kostenfaktor in der Produktion geworden ist. Doch was macht das Personal bis dahin? Was machen Sie, um mit steigendem Druck, ständiger Unsicherheit und ständig steigenden Anforderungen fertig zu werden?
Natürlich gibt es dafür kein Patent-Rezept. Vielleicht sind Sie auch in der glücklichen Lage, sich mit Ihrer Arbeit und Ihrem Arbeitsplatz richtig wohl zu fühlen. Herzlichen Glückwunsch! Trotzdem geht die um sich greifende Entmenschlichung uns alle an. Denn wir alle, auch Sie und ich, tragen durch unser Verhalten zu dem mitmenschlichen Klima bei, von dem unsere Gesellschaft geprägt ist.
Was wir ändern können
Die Arbeits-Bedingungen können wir nicht mal eben ändern. Schon gar nicht von heute auf morgen. Was wir ändern können, ist das klare Bewusstsein für die menschlichen Bedürfnisse und ihre Erfüllung. Zumindest für den Ausgleich in der eigenen Freizeit.
Welche wesentlichen Bedürfnisse, erfüllen Sie sich selbst? Sind Sie bereit, menschliche Schwächen der Anderen zu akzeptieren? Oder Ihre eigenen? Welchen Stellenwert haben bei Ihnen offline-Kontakte und offline-Erlebnisse? Gefällt Ihnen Ihre eigene Freizeit-Gestaltung? Oder endet bei Ihnen jede Gestaltung mit “ich müsste, könnte, sollte, wollte eigentlich vielleicht gerne mal … “
Auf Glück warten, oder Glück erleben?
Wer darauf wartet, glücklich zu werden, wartet ein Leben lang.
Wer hier und jetzt die Sinne schärft für das eigene kleine und große Glück, das in jedem noch so kleinen Moment liegt, der oder die …
Schlagwörter:
Arbeits-Bedingungen,
Erkrankung,
Fehlzeiten,
gesunder Menschenverstand,
Glück,
Kostenfaktor,
Management,
psychische Belastung
Kommentare deaktiviert -
27/04/2012 at 17:21
Jetzt, am 26. Jahrestag der Katastrophe soll er also endlich beginnen: der Bau des zweiten Sarkophags aus Beton, der über die Manifestation des Wahnsinns geschoben werden soll. Der Wahnsinn besteht bis heute darin, dass ein Haufen Menschen sich in willentlicher Blindheit dafür entscheidet, eine Technologie zu nutzen, von deren Hinterlassenschaften für die nächsten tausende von Jahren eine todbringende Strahlung ausgeht.
Die Manifestation dieses Wahnsinns zeigt sich in den Katastrophen-Reaktoren von Tschernobyl und Fukushima. Für die Hinterlassenschaften in Fukushima gibt es überhaupt noch kein Konzept. Der Sarkophag über Tschernobyl, dessen Finanzierung nur durch einen weltweiten Kraftakt zustande kam, wird höchstens für die nächsten 100 Jahre halten. Und dann?
Die Folgen der willentlichen Blindheit
Dann lastet die Verantwortung für das, was willentlich blinde Menschen entschieden und durchgezogen haben, auf einer Generation, die mit dieser Aufgabe genauso überfordert sein wird, wie wir es sind. Nur, dass sie sich weder dafür noch dagegen haben entscheiden können. Mit einem bloßen “weiter so” in Sachen willentlicher Blindheit wird kommenden Generationen ganz bestimmt nicht geholfen sein.
Glücklicherweise bröckelt sie immer stärker, die Front der willentlichen Blindheit. Nicht zuletzt seit Fukushima. Auch wenn es im Moment eher danach aussieht, als versuche die Besatzung des Raumschiffs Berlin nur eine neue Form des Wahnsinns zu praktizieren: Da wurden medienwirksam Atomausstieg und Energiewende beschlossen und lautstark verkündet. Es wurden auch ein paar Kernkraftwerke abgeschaltet und siehe da: es ging kein einziges Lichtlein aus, Deutschland hat sogar weiterhin Strom exportiert.
Nach wie vor kein Konzept
Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Verkündung sind leider trotzdem berechtigt: bis heute gibt es noch nicht einmal ein Konzept für die Energiewende. Ein Missstand, der sogar von den Industrieverbänden immer wieder angeprangert wird. Messen wir die Besatzung des Raumschiffs Berlin an ihren Taten, ist von ernsthaftem Willen zur Energiewende nichts zu sehen.
Mit der Kürzung der Solarförderung wurde billigend in Kauf genommen, dass Hersteller von Solarzellen in die Insolvenz getrieben werden. Das war ganz klar vorher zu sehen. War die Kürzungs-Entscheidung damit wieder ein Fall von willentlicher Blindheit zugunsten der ach so armen Atom-Lobby, für die jetzt über offene Subventionen nachgedacht wird?
Sehvermögen für den Fels in der Brandung
Dem gegenüber stehen immer mehr Menschen, die diesen Wahnsinn beenden wollen und aktiv ihr Mögliches tun, um der willentlichen Blindheit mit Sehvermögen zu begegnen. Davon profitieren am Ende alle: diejenigen, deren Augen sich langsam öffnen genauso wie die, die diesen Prozess mit anstoßen.
Für jeden Einzelnen zählt am Ende vor allem eines: die bewusste Entscheidung, willentlich zu sehen und so zu handeln, dass man dabei auch jederzeit guten Gewissens in den Spiegel sehen kann. Dazu müssen keine großen Heldentaten vollbracht werden. Kleine, konsequente Handlungen im Alltag sind in der Masse viel wichtiger als eine große Rede, der keine Taten folgen.
Wenn wir willentlich hinschauen und in all den kleinen Alltags-Entscheidungen auch im Sinne der Verantwortung für kommende Generationen handeln, beenden wir damit vielleicht nicht den Wahnsinn des Raumschiffs Berlin. Aber wir beenden damit den Zustand, diesen Wahnsinn durch blindes Verhalten weiter zu füttern. Im Gegenzug nähren wir einen gesunden Geist, der zum Fels in der Brandung wird.
Schlagwörter:
Energiewende,
Fukushima,
Kernkraft,
Konzept,
Sehvermögen,
Strahlung,
todbringend,
Tschernobyl,
Wahnsinn,
willentliche Blindheit
Kommentare deaktiviert -
25/04/2012 at 19:09
“Lieber Gott, falls es Dich gibt, dann – bitte …, bitte …” In Momenten extremer Emotionalität passiert es immer wieder. Besonders bei extremer Angst. Dann kommt es: das Bedürfnis, zu einem Gott zu beten. Und im Fall der Fälle kommt dazu das Bedürfnis, diesen Gott um Hilfe zu bitten.
“Falls es Dich gibt, …” Und damit ist das Dilemma auf den Punkt gebracht: Sie möchten gerne an einen Gott glauben, wissen aber gar nicht, ob das Sinn macht. Schließlich gibt es in unserem rein rationalistischen Denken gar keinen Platz für irgendwelche Götter.
Und doch schießen Ihnen diese Stoßgebete in den Sinn, sobald Sie sich mit allen Sinnen klein und machtlos fühlen. Genauso richtig wäre es zu sagen: … sobald Sie mit allen Sinnen die Erfahrung machen, dass es da eine Macht gibt, die größer und mächtiger ist als alles Irdische, das Sie in die Situation gebracht hat, in der Ihnen Ihre Stoßgebete in den Sinn kommen.
Das Vertrauen in die höchste Macht
Eigentlich ist das genau der Sinn dieser Situationen: Sie haben keine andere Wahl als auf die höchste Macht zu vertrauen. Wahrscheinlich haben unzählige von Ihnen nach einem solchen Stoßgebet die Erfahrung gemacht, dass Sie plötzlich wussten, was zu tun ist, und dass Sie auch den Mut gefunden haben, genau das zu tun, obwohl Sie dafür mächtig über den eigenen Schatten springen mussten. Oder es kam ein Mensch zu Hilfe, der sich nur “rein zufällig” in Ihre Nähe “verirrt” hatte. Und am Ende wurde alles gut.
Nun liegt es dem “aufgeklärten” Menschen fern, diese Erfahrung in Einklang zu bringen mit dem Gott, der uns von unseren skandalumwitterten Kirchtürmen herunter gepredigt wird. Also spielen die Einen die gemachte Erfahrung herunter. Andere stufen sie als denkwürdig ein und denken immer wieder darüber nach, dass es wohl keinen Zufall gibt. Wieder Andere machen sich auf die Suche nach einer Erklärung oder nach dem Gott, zu dem sie durch die gemachte Erfahrung eine Beziehung aufbauen.
Erfahrungen für die Beziehungs-Pflege
Und genau darum geht es beim Glauben an eine Göttin oder einen Gott: dass wir eine echte, persönliche Beziehung zu Ihr oder Ihm aufbauen. Deshalb entsprechen die Vorstellungen und Abbildungen der Götter ja auch stets den jeweiligen Vorstellungen der Kulturen, die die Abbilder erschaffen haben. Weil es schlicht und ergreifend zweitrangig ist, welches Äußere wir den Göttern, an die wir glauben, geben oder nicht geben.
Was zählt ist: die persönliche Beziehung. Das aufrichtige, ehrliche Vertrauen, dass wir in den Gott haben, der für uns nichts Geringeres verkörpert als die höhere oder höchste Macht. Das Vertrauen darauf, dass dieser Gott es gut mit uns meint. Dass wir Gott zum Beispiel in jedem Menschen begegnen, der uns scheinbar “zufällig” zu Hilfe kommt, oder durch das plötzliche Wissen darum, was wir tun müssen, und in dem Mut mächtig über den eigenen Schatten zu springen.
Glauben um zu verstehen
Der Glaube an einen Gott ist nichts Abstraktes, das zum reinen Selbstzweck betrieben wird. Der Glaube an einen Gott ist ein Glaube, der durch Erfahrung zu klarem Wissen wird. Wissen, auf das wir guten Gewissens vertrauen können. Um zum Beispiel genau zu wissen, dass es eine höhere Macht gibt, die stärker ist als alles Menschliche oder von Menschen gemachte – um das zu erfahren brauchen wir nur all die Wetter- und Natur-Phänomene zu beobachten.
Genauso wie das Wetter und die Natur können wir auch uns selbst beobachten. Je genauer wir das tun, um so klarer und realistischer wird das Bild, das wir von uns haben, um so klarer erkennen wir uns selbst, verlassen uns auf unsere Stärken, unser inneres Potential, unseren Glauben an uns selbst. Dieser Prozess der Selbst-Erkenntnis ist nichts geringeres als gelebte Spiritualität. Denn wenn wir Gott in jedem Menschen begegnen, dann begegnen wir ihm auch und vor allem in uns selbst. In unseren Erfahrungen, unseren Gefühlen, in unserem Verhalten, in unserem Glauben an uns selbst. Vor allem in Situationen extremer Emotionalität.
Schlagwörter:
extreme Emotionalität,
Glauben,
Gott,
Götter,
höchste Macht,
Mut,
persönliche Beziehung,
rationalistisches Denken,
Sinn,
Vertrauen
Kommentare deaktiviert -
15/04/2012 at 14:09
Immer öfter hört man allerorten Gespräche über den 21.12.2012. Mittlerweile weiß man vielleicht sogar im hintersten Winkel des Universums, dass mit diesem irdischen Datum der “ewige” irdische Maya-Kalender endet. Kein Mensch weiß wirklich, was das zu bedeuten hat. Aber die Spekulationen darüber schießen ins Kraut als gäbe es Prämien für die kreativsten Ideen dazu. Ich wurde sogar schon gefragt, ob ich mich auch mit Maya-Göttern auskenne, und welchen Schutz diese bieten könnten.
Halt. Tief durchatmen. Noch mal tief durchatmen. O.k. Fast jeder Mensch spürt, dass ein dramatischer Wandel in der Luft liegt. Ja. Klimawandel, ökonomische und ökologische Desaster sind ja auch nicht mehr zu übersehen. Aber kein Mensch weiß, was morgen ist. An dieser Stelle sei an die Jahrtausende alte Weisheit des Siddhartha erinnert:
Was gestern war, können wir nicht ändern.
Was morgen wird, wissen wir nicht.
Also lebe und genieße das Hier und jetzt. In voller Aufmerksamkeit.
Das Hier und Jetzt mit den Sinnen erfassen
Das Hier und Jetzt sind die Koordinaten, in denen unser Leben tatsächlich stattfindet. Es ist ausschließlich das Hier und Jetzt, das wir mit unseren Sinnen erfassen. Es ist ausschließlich das Hier und Jetzt, in dem wir handeln können. Natürlich macht es Sinn, das Gestern oder Morgen zu reflektieren. Es macht auch Sinn, diese Reflektionen in das jetzige Handeln mit einfließen zu lassen. Doch sollte dabei stets klar sein, dass Reflektionen Reflektionen sind. Sie beinhalten ein mögliches Irren, oder Hinweise, die es im Hier und Jetzt zu verstehen gilt.
So wie die Erinnerung an Gestriges gerne verklärt wird, so werden in die Zukunft immer wieder gerne die Auswüchse aktueller Emotionen projiziert. Wer zum Beispiel seine Ängste vor dem 2012-Phänomen und dem Ende des Maya-Kalenders schon im Hier und Jetzt vorwegnimmt und sich immer mehr davon bestimmen lässt, kann das natürlich tun. Aber wozu? Es trübt Ihnen nur die Sinne für das Hier und Jetzt, das sie immer weniger wahrnehmen, je stärker Sie sich in die Ängste hineinsteigern.
Ängstliches Hadern oder Frieden mit sich selbst?
Was morgen kommt, kommt so oder so. Darum müssen wir uns nicht kümmern. Worum wir uns kümmern müssen, ist der Gemüts-Zustand in dem wir unser Leben leben. In jedem einzelnen Moment. Und findet in diesem Moment, in dem Sie das hier lesen, etwa gerade der Weltuntergang statt? Oder ist Ihr aktuelles Hier und Jetzt davon geprägt, dass Sie von einem wärmenden Sonnenstrahl im Gesicht liebkost werden? Es liegt in Ihrer Hand, woran Sie sich für Ihren inneren Halt festhalten: an den Ängsten oder an dem Aufbauenden. An ständigem Hadern mit dem Schicksal oder an dem, wodurch Sie zu Frieden mit sich selbst und zu innerer Ruhe kommen.
Falls Ihnen morgen ein Dachziegel auf den Kopf fallen würde und Sie Ihrem letzten Augenblick ins Auge schauen müssten, was würden Sie in diesem Moment lieber denken: “Ich habe mich vor Angst verzehrt und darüber mein Leben verpasst”. Oder bevorzugen Sie diese Variante: “Ich habe mein Leben genossen, auch wenn es mich mal schwer herausgefordert hat.” Es ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen, in Richtung welcher möglichen letzten Worte wir leben. Ich für mein Teil bevorzuge es, mein Leben im Frieden mit mir selbst zu genießen. Hier und Jetzt. Immer wieder neu. Und ich bin froh, dass ich das im Laufe meines Lebens habe lernen dürfen.
Schlagwörter:
2012,
21.12.2012,
Ängste,
Aufmerksamkeit,
Frieden mit sich selbst,
Hier und Jetzt,
Klimawandel,
lernen,
Maya,
Maya Kalender,
Phänomen
Kommentare deaktiviert -
14/04/2012 at 18:50
Schon länger haben wir nichts von ihm gehört. Doch kaum lugt das Thema um die Ecke, kocht die Empörung auch schon wieder hoch. Die Empörung über unseren Ex-Bundespräsidenten, der ungünstige, belastende Fakten weggelassen und ganz gezielt nicht erwähnt hat. Bis heute fehlt ihm wohl jedes Verständnis für die Empörung der Bevölkerung, die er einzig und allein Kraft seines Wortes hätte repräsentieren sollen. Er selbst wähnt sich, zumindest in öffentlichen Äußerungen, noch immer im Vollbesitz seiner moralischen Integrität.
Etliche Politiker aus dem In- und Ausland fordern zur Zeit in lauten Worten Europäische Subventionen für die Atomkraft. Sie stellen sie als emissionsarm dar und wollen sie so als umweltschonende Energiegewinnung deklarieren. Dass von Atomkraftwerken viel schlimmere Gefahren ausgehen als Co2 Emissionen – diese für die Atomlobby ungünstige Wahrheit wird einfach weggelassen und ganz gezielt nicht erwähnt. Und vielleicht wähnen sich die Menschen mit ihrer absurden Forderung nach Subventionen für die Atomkraft auch im Vollbesitz ihrer moralischen Integrität.
Show-time im Alltag
Die stets auf Umfragen schielende Spezies in Berlin, die sich über das gezielte Weglassen unbequemer Wahrheiten gerne empört, solange es opportun scheint, fordert für den Bundestag jetzt sogar das Gebot des gezielten Weglassens: Wer wann was in welcher Länge im Bundestag aussprechen darf, soll in Zukunft nicht mehr vom Bundestags-Präsidenten, sondern von den Fraktionen festgelegt werden. Damit wollen sie sicher stellen, dass für sie ungünstige Wahrheiten im Bundestag garantiert weggelassen und ganz gezielt nicht erwähnt werden. Zumindest nicht von der eigenen Fraktion. Show-time statt wahrer Debatte! Wahrscheinlich wähnen auch sie sich mit dieser Forderung noch im Vollbesitz ihrer moralischen Integrität.
Und jetzt denken wir mal daran, dass wir die Regierung und die Politiker haben, die wir verdienen. Denken wir daran, dass in dieser Kaste nur das auf die Spitze getrieben wird, was in der normalen Bevölkerung gang und gäbe ist. Wie viel Show-time steckt in Ihrem Alltag? Wie viel Show-time akzeptieren Sie stillschweigend als “normal”? Welche unbequemen Wahrheiten lassen Sie gezielt weg, um damit welchen Vorteil zu erhalten? Wie oft hoffen wir, dass andere dieses oder jenes von uns denken, um bloß nicht zugeben zu müssen, was wir als ungünstig erachten? Wie oft handeln wir wider besseres Wissen, weil es am opportunsten scheint? Wie viel Wulff, wie viel Lobby, wie viel nach Meinungs-Umfragen schielende Spezies steckt in jedem Einzelnen von uns?
Der Preis für moralische Integrität
Wer echte moralische Integrität von Anderen fordert, sollte sie vor allem selber leben. “Die da oben!” können wir nicht ändern. Aber wenn “die da oben” nur das abbilden, was wir hier unten leben, dann können wir hier unten damit anfangen, zum Beispiel eine neue Kultur der wahren moralischen Integrität zu begründen. Wir können aufhören, ungünstige Wahrheiten gezielt wegzulassen und statt dessen ehrlich sagen, was Sache ist. Das mag manchmal unbequem sein. Aber wer eine bessere Regierung will, muss mit dafür sorgen, dass wir sie verdienen. Auch wenn es unbequem sein mag. Aber das ist der Preis für den Vollbesitz der moralischen Integrität.
Wer diesen Preis wann und wie bezahlen kann oder will, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Es ist die immer wiederkehrende Entscheidung darüber, auf welchem Wege Sie zu innerem Frieden finden. Entweder, Sie arrangieren sich mit den Umständen, wie Sie sind und hören auf sich darüber zu empören. Oder sie ändern die Umstände durch eigenes, konsequentes Handeln. Für diese Entscheidung gibt es kein richtig oder falsch. Wie immer gibt es nur die Entscheidung, mit der Sie am besten und im Frieden mit sich selbst leben können. Und im Frieden mit sich selbst zu leben – dieser Zustand ist unbezahlbar.
Nachtrag, erstellt am 17.04.2012, also zwei Tage nachdem die Pläne des so genannten “Maulkorbs” fürs Parlament öffentlich bekannt wurden:
Da zeigt sich, wie schnell und direkt Demokratie funktionieren kann, und dass es auch von Vorteil ist, dass die Crew des Raumschiffs Berlin eine auf Umfragen schielende Spezies ist: Nur zwei Tage öffentlicher Empörung, die mit klarer, sachlicher Argumentation zum Ausdruck kam. Plus die Androhung von Klagen in Karlsruhe. Plus eine Partei, die einzig und allein mit dem Versprechen von Transparenz die Berliner Gemüter aufmischt. Das hat genügt um die Berliner Crew daran zu erinnern, dass auch sie sich an das Grundgesetz halten muss. Die Maulkorb-Pläne sind vom Tisch. Ob aus Einsicht oder aus Kalkül? – Geschenkt.
Schlagwörter:
Atom-Lobby,
Empörung,
Frieden mit sich selbst,
gezielt weglassen,
Lobby,
moralische Integrität,
Show-time,
Wulff
Kommentare deaktiviert -
11/04/2012 at 17:10
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. bringt einen weiteren Punkt schamloser Verbraucher-Täuschung ans Licht: so genannte Bio-Tüten von Aldi und Rewe, die angeblich 100% kompostierbar und Co2-neutral sind, sind für die Umwelt de facto schädlicher als herkömmliche, normale Plastiktüten.
„Aldi und Rewe versuchen den Verbraucher für dumm zu verkaufen, indem man ihn glauben lässt, durch den Kauf der Tüten Gutes zu tun. Doch die angeblich ‚grünen‘ Plastiktüten helfen der Umwelt nicht, im Gegenteil. Sie werden nicht kompostiert, lassen sich auch nicht recyceln und bestehen hauptsächlich aus Erdöl“, kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Resch fordert deshalb von Aldi und Rewe, die Verbrauchertäuschung unverzüglich zu beenden und auf umweltfreundlichere Alternativen umzustellen.
Die komplette Presse-Meldung der Deutschen Umwelthilfe e.V. lesen Sie hier:
http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2818
Schlagwörter:
Aldi,
Bio-Tüte,
Deutsche Umwelthilfe,
Plastiktüte,
Rewe,
Verbraucher-Täuschung
Kommentare deaktiviert -
10/04/2012 at 15:15
Hinter uns liegt ein Fest, das für die meisten Menschen hauptsächlich die Freude über vier freie Tage am Stück bedeutet. Wie beim Weihnachtsfest ist auch in puncto Ostern der kirchlich/christliche Bezug in den Hintergrund getreten. Und das hat mehrere gute Gründe. Einer davon ist sicherlich der, dass sowohl Weihnachten als auch Ostern schon zelebriert wurden, lange bevor es das Christentum überhaupt gab. Die christliche Kirche hat sich vor hunderten von Jahren nur auf die schon lange bestehenden Feste “drauf gesetzt”, um den christlichen Glauben mit aller Macht gegen die heidnische Mehrheit durchzusetzen.
Was wir heute “Weihnachten” nennen, war ursprünglich das Lichterfest zur Wintersonnenwende, wie es zum Beispiel in Skandinavien auch heute noch gefeiert wird. Und “OSTERN” war das Frühlingsfest, mit dem gefeiert wurde, dass die Sonne wieder genau im OSTEN aufging. Das markierte den Beginn eines neuen Lebens-Zyklus, für den um volle Fruchtbarkeit gebetet wurde. Das Feiern der Fruchtbarkeit zeigt sich bis zum heutigen Tag in den unverzichtbaren Oster-Accessoires: Eier und Hase. Es sind die stärksten Symbole in Sachen Fruchtbarkeit, die garantiert keiner Erläuterung bedürfen.
Wahre, innere Größe setzt sich durch
Auch andere Symbole wie die Osterfeuer und das Osterrad sind rein heidnischen Ursprungs. Bis heute versucht die Kirche zwar unermüdlich, das Opferlamm als “Osterlamm” zu etablieren, aber wir alle wissen um dessen Randerscheinung. Viel spannender ist die Feststellung, dass sich sowohl die Feste als auch die Symbole des alten, naturverbundenen Heidentums aller Macht der christlichen Kirche zum Trotz bis heute gehalten haben. Bis zum heutigen Tag sind die alten Symbole im Bewusstsein stabiler verankert als jedes danach gekommene Gedankengut.
Mag das alte Wissen um Zusammenhänge auch vernichtet und/oder vereinnahmt worden sein – Symbole, die für sich sprechen, und die Menschen über eine so lange und wechselvolle Geschichte hinweg erfreuen, solche Symbole zeugen von wahrer, innerer Größe. Eine Größe, die so voller Kraft steckt, dass sie keinen Kampf nötig hat um andere Mächte in den Schatten zu stellen. Nicht zuletzt, weil Licht und Fruchtbarkeit für das Weiterleben wichtiger und erfreulicher sind als alles Andere. Und so ist es kein Wunder, dass Ostern und Weihnachten nach wie vor mit den alten Symbolen Licht, Eier, Hase gefeiert werden, und der kirchlich drauf gesetzte Grund in den Hintergrund getreten ist.
Augen öffnende Widersprüche
Das erklärt auch, warum diese Feste auf anderen Kontinenten so anders gefeiert werden. Auch dort hat sich die christliche Kirche lediglich auf schon lange bestehende Feierlichkeiten drauf gesetzt und sie so für sich beansprucht. Darum ist der Totensonntag zum Beispiel hier in Europa ein stiller Feiertag, an dem so ziemlich alles verboten ist, während er in Lateinamerika als rauschendes Fest auf den Friedhöfen gefeiert wird. Widersprüche dieser Art tauchen überall dort auf, wo man sich traut tabulos hinzuschauen.
Schauen wir also stets genau hin um zu sehen, was tatsächlich ist, anstatt zu sehen, was wir nach Meinung Anderer sehen sollten.
Schlagwörter:
Christentum,
christlich,
drauf setzen,
Ei,
Fest,
Fruchtbarkeit,
Hase,
Heidentum,
heidnischer Brauch,
Ostern,
Symbol
Kommentare deaktiviert -